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Nachhaltigkeitspfad Wetter

 

Bericht vom Nachhaltigspfad Wetter aus Sicht eines Teilnehmers

Eher zufällig erfuhr ich vom Programmpunkt „Nachhaltigkeitspfad Wetter“, der innerhalb der Aktionswoche „Nachhaltigkeit“ von der Lokale Agenda 21 Wetter (Ruhr) e.V. ausgerichtet wurde.

Nun ist der Begriff Nachhaltigkeit eher diffus und gewinnt erst mit konkreten Beispielen an Schärfe.

Auf dem „Nachhaltigkeitspfad Wetter“sollten 3 konkrete Beispiel-Objekte besucht und vor Ort die unterschiedlichsten Ansätze von Nachhaltigkeit gezeigt werden.

Als erstes besuchten wir den Hof Sackern, der auch Treffpunkt der interessierten Bürgerinnen und Bürger war. Nach der Begrüßung durch Dieter Röllke von der Lokalen Agenda 21 Wetter (Ruhr) e.V., begann Herr Krämer vom Hof Sacken mit einem Vortrag über die Geschichte, die Entwicklung und den selbstauferlegten Regeln des Hofes Sackern.

Dort wird eine biologisch dynamische Landwirtschaft betrieben, die auf den Ideen Rudolf Steiner’s beruht. Eine Besonderheit ist der Einsatz sogenannter biodynamischer Präparate zur Boden- und Pflanzenbehandlung. Damit werden die gleichen Erträge erzielt, wie in der herkömmlichen Landwirtschaft, ohne den Einsatz von Chemikalien und unter Berücksichtigung der Schonung des Bodens. Die Vermarktung der Produkte erfolgt in Eigenregie durch den angeschlossenen Hofladen.

An Details der Hofführung ist zu erkennen, dass auch auf soziale Nachhaltigkeit Wert gelegt wird. So werden ständig Praktikanten von Waldorfschulen beschäftigt, die dort Gelegenheit haben, durch den unmittelbaren Kontakt mit Tieren, Pflanzen und dem Boden Erfahrungen zu sammeln und deren Werte zu erkennen. Selbst beim Heu machen achtet man darauf, die Ballen so klein zu halten, damit die Ernte manuell eingefahren werden kann und nicht, wie in der herkömmlichen Landwirtschaft, wo die uns bekannten großen, runden Ballen nur noch mit Maschinen bewegt werden können.

Für jemanden wie mich, der den letzten Bauernhof vor bestimmt 30 Jahren besucht hat, waren die teilweise auch spirituellen Ansätze der Hofführung und die überzeugenden Erklärungen durch Herrn Krämer sehr beeindruckend.

Weiter ging es, nach einer kleinen Wanderung zum Böllberg. Dort steht das einzige Windkraftrad Wetters. Es gehört Ralf Lenkenhoff, der auch persönlich zugegen war. Vor über 20 Jahren entschloss er sich zu seinem Projekt, ein Windkraftrad privat zu bauen. Die Zeiten damals waren andere als heute und Ralf Lenkenhoff schilderte eindrucksvoll den langen Weg der Genehmigungen sowie das finanzielle Risiko, das er eingehen mußte. Man merkt ihm noch heute seine Begeisterung und seinen Stolz für das gelungene Windkraftrad-Projekt an, das nun seit Errichtung sauberen Strom an die AVU liefert.

Die letzte Etappe der Nachhaltigkeits-Wanderung führte uns zum NaturFreundehaus Egge Klause.

Hier hat es zum Jahreswechsel einen Pächterwechsel gegeben. Sonja Witt und ihr Ehemann Wolfgang Schmidt haben mit der Übernahme auch das Konzept erweitert. Aus dem NaturFreundehaus Egge Klause machten sie den NaturFreunde Lernort Egge Klause.

Neben dem traditionellen Angebot, wie Übernachtungsmöglichkeit am Wochenende sowie einem gastronomischen Angebot an Sonn- und Feiertagen für Tagesgäste, bieten sie damit einen Lern- und Seminarort an, der von Schulklassen, Kindergärten, Jugend- und Erwachsenengruppen genutzt werden kann.

Regelmäßig, 4 mal die Woche zu Schulzeiten, erhalten Förderschüler der Hasencleverschule Gevelsberg dort Unterricht, um mit der Natur und in der Natur zu lernen und somit ihr Bewusstsein für Umweltschutz zu stärken. Neben dem schulischen Lernen übernehmen sie auch Verantwortung für einen selbst angelegten Gemüsegarten und lernen die Tiere des Waldes kennen. Nach Aussage von Wolfgang Schmidt ist es erstaunlich, wie schnell sich positive Effekte bei den Schülern, hinsichtlich „zur Ruhe kommen“ und „Verantwortung übernehmen“, eingestellt haben. Auch hier war der Ansatz der sozialen Nachhaltigkeit deutlich ausgeprägt.

Natürlich haben wir auch das gastronomische Angebot probiert und für gut befunden.

Alles in allem war der Nachmittag für mich sehr interessant, da mir nicht bewusst war, wie engagiert unterschiedliche Nachhaltigkeitskonzepte in unserer Nachbarschaft schon praktisch verfolgt werden.

Manfred Stielau